Das fehlt uns noch:
Ein Ministerium für Immigration und nationale Identität.
Frankreich soll’s jetzt bekommen. Nur, die Verbindung von beiden Begriffen hat einen unangenehmen Beigeschmack. Sarkozys Zugeständnis an die FN-Wähler ?
Hier eine Petitions-Site, sogar mit Übersetzungen ins Englische (Wow!) und Deutsche (Voila!)
Zitat:
Wie die Historiker betont haben, die sich aus den offiziellen Instanzen der Cité Nationale de l’Histoire de l’Immigration zurückgezogen haben, ist die Verbindung von „Einwanderung“ und „nationaler Identität“ in einem Ministerium ohne Vorbild in der Geschichte der französischen Republik. Damit ist ein grundlegender Akt dieser Präsidentschaft vollzogen, der die Einwanderung als „Problem“ für Frankreich und das „Sein“ der Franzosen definiert.Uns als Staatsbürger beunruhigt diese Verbindung zutiefst, denn sie kann nur die Vorurteile gegenüber den Einwanderern verstärken. Aus unserer Sicht stellt sich die nationale Identität heute als eine Synthese aus der Pluralität und Vielfalt der Bevölkerungsgruppen dar; sie kann nicht im Zuständigkeitsbereich eines Ministeriums festgeschrieben werden.
Darüber hinaus zeigt das Dekret vom 31. Mai 2007, in dem die Kompetenzen des neuen Ministeriums festgelegt werden, dass die institutionellen Konsequenzen weit über bloße Fragen der Nomenklatur hinausreichen. So ist dieses Ministerium, das in erster Linie mit Polizei- und Kontrollbefugnissen ausgestattet ist, auch für die „Förderung der nationalen Identität“ und für die Definition einer „Politik des Gedenkens“ im Bereich der Immigration zuständig. Neben einer uneingeschränkten und neuen Zuständigkeit für alle Aspekte des politischen Asyls ist es im Verbund mit anderen Ministerien gegenüber einer Vielzahl von Behörden weisungsbefugt, darunter sogar die „Hauptabteilung des Gedenkens, des Erbes und der Archive“ des Verteidigungsministeriums.Diese Vermengung der Rollen und Funktionen ist unerträglich und beunruhigend. Wir protestieren mit allem Nachdruck gegen die Bezeichnung dieses Ministeriums und die ihm übertragenen Kompetenzen und ersuchen den Präsidenten der Republik eindringlich um eine Entscheidung, die den demokratischen Traditionen der französischen Republik besser entspricht.
Ich glaub, auch ich find die Namensgebung ganz schön
Schlagwörter:protest, société général, strange-world | Abgelegt in société général
3 Kommentare


“Demokratische Traditionen der französischen Republik” (?)
“Das is ein Düttscher.”
Als ich Pennern (ähh – Clochards) in Strasbourg kein Geld geben wollte, war ich natürlich NAZI.
Und als ich im Elsaß auf Deutsch bei der Polizeistation mein Anliegen des Einbruches kundtun wollte, wurde ich nur auf französisch angeraunzt, ich solle gefälligst französisch sprechen.
Gutmenschentum hilft nicht immer weiter.
Der Begriff “Gutmensch” geht gar nicht. Einfach kein Idiot sein und wenigstens ein paar französische Kraftausdrücke parat ist das mindeste was jeder drauf haben sollte, der diese Republik besucht. Und die Nazi-Nummer bringen auch in Deutschland lebende Migranten jüngerer Bauart, wenn man sich über zB. flegelhaftes Verhalten o.ä. beschwert. Aus solchen Zusammenhängen aber einen Antagonismus “Nationale Identität” und “Migration” zu konstruieren und politisch festzuschreiben ist die falsche Reaktion. Es geht da doch eher um sowas wie “universale” Werte, die allerdings nicht mit weichgespülter / verlogener Rhetorik sonder mit knallharter Entschlossenheit verteidigt gehören.
Da bin ich ganz bei H. Broder.
Äh, Erik meintest Du das Ernst ?
Was? Das mit dem Gutmenschentum? Ja.
Das andere habe ich ja erlebt.
Es ist natürlich die Frage, ob man den Antagonismus konstruiert oder ob er Tatsache ist und actio = reactio. Das läßt sich an den Enden der Normalverteilung wahrscheinlich besser ausformulieren als in dem Durchschnitt, den ich erlebe.
Im Stern habe ich noch ein potentielles Buch zum lesen gefunden (Den Broder werde ich mir vielleicht mal anschauen, zumindest scheint er zu polarisieren – Bei welchem Pol wärst Du denn dann bei Ihm?)
Bei den Rotter-Brüdern zieht es mich eher zum Ekkehart.