Sprich, wenn's wehtut !

Von Trinkern & Denkern

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Foto: Sina Pearson Textiles, New York

Wie tief ausgerechnet Marketing ehemals halbwegs subkulturelle Entitäten durchdrungen hat, lässt mich immer wieder staunen. Da hat vor 4 Monaten in Flingern eine Bar/Lounge aufgemacht: “low budget”-70er-Design und Musik von 2 DJs, wie z.B. ich (u.a.) sie vor 7-10 Jahren in Babylove und Q-Stall aufgelegt habe. Teilweise exakt die gleichen Nummern, zu meiner Befremdung. Da dort demnächst Veranstaltungen laufen, suche ich im Netz und finde folgendes:

Low-Budget-Konzept TRINKHALLE jetzt auch in Düsseldorf Nachdem das von Janusmind Gastrosulting speziell für Gründer entwickelte Low-Budget-Konzept TRINKHALLE im April bereits in Frankfurt an den Start gegangen ist, wurde am vergangenen WM-Wochenende die TRINKHALLE Düsseldorf mit einer großen Opening-Party eröffnet. Der junge Gründer Mani Kianzad hat mit viel Einsatz und Kreativität eine Retro-Perle am Rhein entworfen. Angesiedelt ist die 70´er-Jahre-Bar im Stadtteil Flingern. Ein wesentlicher Industriepartner war auch hier wieder die Veltins Brauerei, die mit ihrer Gastro-Steini-Flasche ein hervorragender Partner in Sachen Bier und Retro-Design ist. Als nächster Standort für dieses innovative Gründer-Konzept ist Duisburg geplant. Interessenten für weitere Standorte (Gründer, Industrie) wenden sich bitte an (...)

Quelle

Ich bin hin- und hergerissen. Franchising ! Einerseits bringt das Ganze dem sympathischen Besitzer des Ladens in Düsseldorf vielleicht die nötige Unterstützung, um das Ding profitabel zu gestalten, andererseits frage ich mich, ob er nicht auch ohne Gastro-Konzept-Consulting auf diese nicht unbedingt mega-originelle Idee gekommen wäre. Naja. Die Trinkhalle Düsseldorf ist jedenfalls schon jetzt erfolgreich als Wohnzimmer des Praktikanten-Prekariats etabliert. Wahrscheinlich auch die Trinkhalle Frankfurt.

Vielleicht hätte ich auch Gastro-Consultant weden sollen. Ach nee, nicht wirklich. Noch ein Bier, bitte,

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Geld zerfällt …

Gerade im Radio gehört: Euro-Scheine lösen sich auf. Ernsthaft, jetzt. Euroland steht vor einem Rätsel !
Mir gefällt das Bild …
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Das fast vergessene Zitat, Vol. 6

Glaubwürdigkeit ist was für Leute, die wollen, dass man ihre Lügen nicht entdeckt. Ich weiss das sehr gut, ich bin Werber, da dreht sich ständig alles um Glaubwürdigkeit. Sascha Lobo

hier nachzulesen…

Und hier noch ein Leonard Cohen – Zitat zum Thema

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Die analoge Bohème ?

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Illustration: Petr Zubek

Wenn euch in Düsseldorf ein gut, aber seltsam gekleideter Mann mittleren Alters über den Weg läuft, der einen südwestasiatischen Eindruck macht, seht genauer hin. Rote Schuhe, rote Socken, Hochwasser-Hose ?

Wenn ja, kann’s nur einer sein: Ignatious Joseph. Der Mann hat sich vom Kofferträger in einem Hotel in 9 Jahren zu einem Top-Modeschöpfer gemorpht. Weltweit und nur bei den feinsten Adressen gibt´s seine Hemden, Blusen und Krawatten.

Hier die angemessen gestaltete Site seines 1997 gegründeten Labels IGN.

Da das Düsseldorfer Modehaus Heinemann an der Kö schließt- gibt’s für Leute, die bis zu 250 Euro für ein Hemd von IGN ausgeben wollen, keinen Retailer mehr in der Stadt. Erst in Aachen und Bonn sind die nächsten Geschäfte.

Bemerkenswert ist die Philosophie des aus Sri Lanka stammenden Exzentrikers.
Einerseits sagt er sowas:

“Es ist doch alles ein großer Bluff”

Andererseits läßt er in der Schweiz und in Italien fertigen, also Hochpreisländern. Er hat sich selbst zur Marke gemacht, am Anfang geblufft und es doch geschafft. Fast zu schön um wahr zu sein. Auf alle Fälle interessant. Mal sehen ob auch er tiefer in die Web-Ökonomie einsteigt, wenn der Wirtschaftswandel so weitergeht. Übrigens, seine Hemden werden auch schon in Thailand gefaked. Die Adelung für jede Modemarke …

Die Presse über diesen modernen Münchhausen: 1, 2, 3, und 4

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Einfach ansehen ! deutsch english

Deutsche Version

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Birth… School… Work… Death…? – Fuck you !

Holm Friebe & Sascha Lobo im Zakk. Gut 50 Leute im Publikum. Der Vortrag zum Buch.

Das Buch ermuntert zur selbstständigen Arbeit. Statt Profitmaximierung als Priorität: Selbstbestimmte, würdevolle und befriedigende Beschäftigung. Die (nicht mehr ganz so) neuen elektronischen Mittel nutzen, um sich eine Existenz (eher Subsistenz) aufzubauen. Dazu an dieser Stelle nicht mehr – selber lesen ! Ich bin übrigens mit Klappentext-Verfasser Peter Glaser einer Meinung:

“Eine wundervolle Analyse von etwas Ununtersuchbarem: Den Grundstoffen einer Alchemie des 21. Jahrhunderts nämlich, die versucht, Arbeit in Glück zu verwandeln; in etwas, das man Arbyte nennen könnte. (...) Dieses Buch ist hypermodern, jeder sollte es lesen !”

Zurück zur Lesung:

Die durchaus eloquent und dialektisch geschult argumentierenden Autoren fielen sich gelegentlich ins Wort und man konnte sich nicht sicher sein, ob das Teil der Show war oder die Jungs sich durch die permanente Nähe auf einer Lesetour gegenseitig auf die Nerven gehen. Bei der Anschlussdiskussion konnte sich Siggi Becker ein “Banal !” in Bezug auf das von Sascha Lobo erdachte Buzzword “Digitale Bohème” nicht verkneifen. Sascha verteidgte sich wacker, man wurde aber das Gefühl nicht los, das die Argumentation bei den einen offene Türen einrennt, bei den anderen auf ewiges Unverständnis stößt. Und da ist das Problem:
An wen wendet sich das Buch ? Widerholt gefragt von Rainald Schückens.

Meine Frage: Wollt Ihr die “Generation Praktikum” (vor dem Prekariat) retten ?
Antwort von Sascha: Ja.
Aha. Und wie ?
Zum Beispiel durch eine Ausweitung der Künstlersozialkasse. (Jetzt Künstlersozialversicherung.)
Oha !
Dazu bemerkte flüsternd Sitznachbar Erik, dass dieselbe sich doch letztendlich aus den Beiträgen festangestellter vulgo “abhängig” Beschäftigter finanziert.
(Und somit ein Legitimationsproblem auftritt …) Hierzu die Wikipedia und ein Artikel aus der Brandeins.

Andere beschlich die Ahnung, dass hier mal wieder Berlin-zentrisch gedacht wurde und nur eine elaborierte Version des Berlintypischen Lebenstils an die Frau/ den Mann gebracht werden soll. Und das in Düsseldorf.

Ein Abend, der mehr Fragen aufwurf als Antworten gab. Und das ist gut so.

Der Bürger wünscht sich die Kunst üppig und das Leben asketisch; umgekehrt wäre es besser. Adorno, Ästhetische Theorie

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Foto : Holm & Sascha vor einem Photo zur Illustration einer eher absurden Variante selbstbestimmter Arbeit …

(weiterlesen …) Schlagwörter: , , , | Abgelegt in société général,web

Wundersame Warenwelt !

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Small, but beautiful !
In Netz gibt es den Flickensalon, die kleine Marie , die kleine, aber gute Gesellschaft und auch das kleine Warenhaus, das kleine Geschäft für den Bürobedarf und den kleinen Versand. Fast alle sind in Düsseldorf, oder haben hier angefangen.
Ich wünsche den Damen & Herren viel Erfolg !

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Wer’s wissen will …

Schweizer Site gibt Auskunft :
Das verdienen Fussballstars am Tag. Runterscrollen und auf VERGOLDETE FÜSSE klicken.

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sab-weh !

Laufend macht irgendwo eine neue Subway-Filiale auf. Die Imagekampagnen laufen … und zwar in die Richtung “Gesünder als Junk-Food”. Hier mal was anderes dazu.
Solche Poster fände ich auch bei uns mal angebracht. Besonders gut finde ich den Absatz mit der Einstiegsdroge für Starbucks etc.
Ich ziehe ja definitiv McDo vor, wenn ich mir was lecker-schlechtes tun will !
Im Land der Baguettes sind sie auch.
Und hier der aktuelle PR-JUNK zum Thema.
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Copy ? Right !

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An welchen Song von Jimi Hendrix soll dieses Bild erinnern ?

Wie mancher doch ganz kleinlaut wird.
Andere machen was draus !
Nach der Lektüre musste ich erstmal zum Strand, ein Photo machen. Dann Webrecherche.
Keine Spur von Anpassung an gemeinsame europäische Gesetzesnormen – Das Urheberrecht. Frankreich bleibt halbwegs freiheitlich, in England macht mangels vorhandener Paragraphen die Musikindustrie das Gesetz. Deutschland wird sich wohl eher der angelsächsischen Vorgehensweise anschließen.

Statt zu jammern und nach einem Anwaltsschreiben bleich zu werden wie ein Kind in der Geisterbahn wäre hier der Moment einer wirklich spannenden juristischen Auseinandersetzung. Wie wär’s z.B. mit einer Sammelklage gegen die Verletzung der künstlerischen Freiheit, wenn Leute abgemahnt werden, die ein Karaoke-Video (d.h. irgendwer benimmt sich vor laufender Kamera höchst albern zu irgendeinem vorhandenen Musiktitel) bei Youtube eingestellt haben ?

Oder zumindest mal sowas, vorgeschlagen von Johnny Spreeblick ?

Währenddessen kopiert ganz Asien alles und mit jedem Recht.
Wir haben auch keine Lizenzgebühren an China fürs Papier, an die Araber für die Zahlen etc. gezahlt. Geschichte ist ein dynamischer Prozess – und Copyrights kommen und gehen wie die Gezeiten – wir erleben es jeden Tag und wollen’s doch nicht wahrhaben…

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