Ich alter Skeptiker muss mich bei so manchem entschuldigen, dem ich den Verschwörungstheorie-Virus diagnostiziert habe.
Seit ein paar Tagen kommt’s knüppeldick: Nicht nur daß (unsere, die “westlichen”) Regierungen tatsächlich Klartext fürchten, Journalisten einfach nicht ihre Arbeit tun – auch Staatsorgane setzen Verfassungen ausser Kraft. Unsere Welt 3.0 hat gerade erst begonnen. Hier. und hier und auch hier lesen und das hier unterstützen!
Ich habe meine GEZ – Gebühren immer gerne bezahlt. Das Privatfernsehen in Deutschland kann als reine Produktvermarktungsmaschine kein Hort des investigativen Journalismus sein. Dafür haben wir gebührenfinanziertes öffentlich-rechtliches… zumindest wollte ich mir das selbst glauben machen.
Aber solche Kommentare desillusionieren.
Nochmal auf der Zunge zergehen lassen:
»Was Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Bürger angeht, sollten wir uns an den USA orientieren. Telefonüberwachung, Onlinedurchsuchung, Datenspeicherung und ab und zu ein Fingerabdruck, das ist kein Teufelszeug. Wer das nicht will, kann sich ja zuhause hinter dem Ofen verkriechen.«
Davon abgesehen:
In den USA gibt es keine (Vorrats-)Datenspeicherung. Und keine Fingerabdrücke im Personalausweis, auch nicht ab & zu.
Hintergrund bei netzpolitik.org
Sagt ein Kommentar in dieser Diskussion um einen Text von Julian Assange.
Dort wird auch eine Frage diskutiert, die ich mir ebenfalls stelle: Wird durch die Arbeit von Wikileaks nicht das Bemühen von Staaten verstärkt, ihre Geheimnistuerei zu optimieren? Und was hat das für Folgen?
Klar wäre es prima, wenn sich weltweit so etwas wie Postnationalismus durchsetzen würde. (Siehe Titel)
Allein, mir fehlt der Glaube.